Die 5% Besteuerung bei Wettanbietern

Wer des Öfteren auf Sportergebnisse wettet, wird es sicherlich schon bemerkt haben, bei jedem Wetteinsatz ist nunmehr eine Steuer aufgeschlagen, welche den Wetteinsatz verteuert und letzten Endes vom Gewinn abgezogen wird. Diese Besteuerung ist jedoch vorab auf dem Wettschein bei etlichen Anbietern nicht sichtbar und wird erst mit Abschluss der Wette angezeigt. Grund hierfür ist der vor 8 Monaten in Kraft getretene Glücksspielstaatsvertrag, welcher im Wettbüro eine sogenannte Wettsteuer in Höhe von 5 % aller Wetteinsätze für die Spieler beinhaltet. Dieser Glücksspielstaatsvertrag ist jedoch keine Schikane der deutschen Regierung, sondern vielmehr der Aufforderung der EU geschuldet, welche im Rahmen der Dienstleistungs-/Niederlassungsfreiheit eine Neuregelung von der deutschen Regierung gefordert hat. Das Resultat dieser Neuregelung ist die Besteuerung auf das Glücksspiel. Da diese Besteuerung die Gewinnspannen im Wettbüro vermindert, sind sehr viele Anbieter dazu übergegangen, die Steuern an den Kunden weiterzugeben, was sich letzten Endes bei den Wetteinsätzen und den möglichen Gewinnen für den Spieler bemerkbar macht.

Es geht auch noch ohne Steuer.

Dass es auch anders geht, zeigt dieser Beitrag auf wettfreunde.net. Hier werden ganz explizit Wettanbieter aufgezeigt, welche die Wettsteuer nicht an die Kunden weitergereicht haben, sondern vielmehr versuchen, die Besteuerung aus eigener Tasche aufzufangen, um dem Kunden auch weiterhin ein Wetten ohne Besteuerung zu ermöglichen. Bei diesen Anbietern ist auch das eine oder andere „große“ Wettbüro dabei wie beispielsweise Ladbrokes, Tipico, PinnacleSports oder Betsafe. Dies bedeutet, dass sich für den Spieler nichts ändert, da die besagten Unternehmen die an das Finanzamt zu leistende Abgabe aus der Unternehmenskasse für den Kunden zahlen. Auch die Wettanbieter Expekt und Betsson haben die Wettsteuer noch nicht an den Spieler weitergegeben.

Die Branchenführer berechnen Steuer.

Branchenriesen wie Bet365, Interwetten, Bwin, Sportingbet, Bet at home oder Betway hingegen haben auf den Glücksspielstaatsvertrag reagiert und die 5-%-Besteuerung auf die Wetteinsätze bereits eingeführt. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die Besteuerung gänzlich auf die Bruttogewinne umgeschlagen wird, sodass der Spieler dieses ebenfalls vor Abgabe seines Wettscheines auf den jeweiligen Wetten noch nicht sieht.
Bis zuletzt hatten die Wettanbieter und der gesamte Wirtschaftszweig des Sportwettens um den Status der freien Marktwirtschaft gekämpft aber letzten Endes hatte die Brüsseler EU Regierung das letzte Wort. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die Besteuerung auf das Spielverhalten der Kunden bei den Wettanbietern auswirkt, welche die Besteuerung direkt an den Kunden weitergegeben haben. Aus finanzpolitischer Sicht kann hierbei jedoch einem Sieg der deutschen Regierung, welche der Entscheidung aus Brüssel positiv entgegen sah, gesprochen werden, da nunmehr weitere Einnahmen für die Staatskasse generiert werden konnten.

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