Vergabe der Lotterielizenz in Österreich

Alle Jahre wieder! Es gibt Dinge, die wiederholen sich in Österreich jedes Jahr auf’s Neue. Weihnachten, Ostern und all die anderen Feiertage beispielsweise. Die Vergabe der Lotterielizenz ist dagegen ein Ereignis, welches nur alle paar Jahre stattfindet, genauer gesagt alle 15 Jahre.
Dementsprechend hoch sind die Anstrengungen der Bewerber gewesen, welche sich dieses Jahr um die Neuvergabe dieser Lizenz bemüht haben.
Insgesamt vier Bewerber haben auf die Ausschreibung des Finanzministeriums reagiert und ihre Ambitionen in schriftlicher Form eingereicht.
Vor kurzem sind die verantwortlichen Behörden nun zu einem Urteil gekommen, und dies ist wenig überraschend. Die Lotterielizenz wurde – einmal mehr – an die Österreichischen Lotterien GmbH erteilt.
Die neu ausgestellte Konzession tritt ab 1. Oktober 2012 in Kraft und behält ihre Gültigkeit für 15 Jahre.

Aus dem Abschlussbericht des Beirates geht hervor, dass drei der vier Bewerber zumindest eines der Mindestkriterien für das Glücksspielgesetz nicht erfüllt hätten, und die abermalige Vergabe der Konzession an die Österreichischen Lotterien GmbH somit der einzig logische Schluss gewesen sei.
Die Lotterielizenz ist in Österreich die breitenwirksamste Lizenz und umfasst Lotto, Sofortlotterien, Klassenlotterien, Zahlenlotto, elektronische Lotterien, Nummernlotterien, Bingo, Keno, Toto und Zusatzspiel.

In den letzten Jahren haben jedoch Sportwetten und Online Sportwetten dem klassischen Lotteriespiel stark zugesetzt. Insofern werden die Bewerber, welche größtenteils aus der Sportwetten-Ecke kommen, die Nicht-erteilung der Lizenz wohl verschmerzen können.
Die meisten von Ihnen (wie beispielsweise bet-at-home) wollten ohnehin mit der Bewerbung lediglich ein Zeichen dafür setzen, dass man im Sinne seiner Kunden um eine Erweiterung des Angebots um Lotteriespiele bemüht sei. Ernsthafte Chancen auf eine Vergabe habe man sich aber zu keinem Zeitpunkt ausgerechnet, dafür sei die „Macht“ und Marktstellung der Österreichischen Lotterien GmbH zu stark.

Dennoch hat sich der Sportwetten-Anbieter bis zum europäischen Gerichtshof durchgekämpft. Man hat unter anderem kritisiert, dass die Vergabe-Kriterien bewusst genau auf den bisherigen Monopolisten zugeschnitten werden.
Der europäische Gerichtshof erteilte bet-at-home jedoch eine Abfuhr, die Lizenz geht somit rechtskräftig wieder an die Österreichischen Lotterien GmbH.

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